Aktuelles

Optische Kohärenz Tomographie

Die optische Kohärenztomographie, abgekürzt OCT, ist eine neuartige Untersuchung der Netzhaut und des Sehnervenkopfes, bei der die Netzhaut schichtweise untersucht werden kann. Es ist eine harmlose und völlig unschädlich Untersuchung mit der sich die Netzhautdicke messen lässt und auch strukturell untersuchen lässt, fast schon ähnlich einer feingeweblichen Untersuchung unter einem Lichtmikroskop, lassen sich doch die einzelnen Schichten der Netzhaut damit unterscheiden. Bedenkt man, dass die Netzhaut nur unter einem halben Millimeter dick ist und aus bis zu 10 Schichten besteht, dann versteht man, in welchem Bereich mit diesem Gerät Untersuchungen gemacht werden können.

Die ersten Geräte gaben anfänglich nur ein sehr grobes Signalmuster, aber mittlerweile haben wir Geräte, die bei gleich kurzer Untersuchungszeit, wesentlich bessere Auflösung besitzen. Mit dem in meiner Praxis seit einem Jahr befindlichen neuen Gerät der Firma Zeiss (Cirrus HD) konnte ich schon sehr viele Untersuchungen machen und bin immer noch von den Messergebnissen fasziniert.

Zur Anwendung kommt das Gerät hauptsächlich bei Erkrankungen der Stelle des schärfsten Sehens (sogenannte Makula), die bei unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein kann. Eine frühzeitige Erkennung von strukturellen Veränderungen im Rahmen von typischen Alterserkrankungen (Alters Makuladegeneration), von Gefäßerkrankungen (Diabetes mellitus) und Erkrankungen an der Grenze zwischen Netzhaut und Glaskörper (Makulaforamen) trägt zu einer sicheren Diagnose und rechtzeitigen Therapie bei. Die Messung der Dicke der Netzhaut lässt den Erfolg der Therapie leicht überwachen. Das OCT ist aber auch eine wichtige Untersuchung bei grünem Star, bei dem durch einen hohen Augendruck der Sehnerv geschädigt wird, wobei es zu einem Untergang von Nervenfasern kommt. Die Messung der Nervenfaserschichtdicke ist daher eine wichtige Untersuchung bei Patienten, die an einem grünen Star leiden. Folgend einige Beispiele.

Hier das Bild einer gesunden Makula, bei der sich die Stelle des schärfsten Sehens als eine kleine „Delle“ erkennen lässt. Am Grund dieser Delle finden sich Millionen von Sinneszellen, die für eine gute Sehschärfe verantwortlich sind.

Als Folge von Alters bedingten Veränderungen verflüssigt sich der Glaskörper, der normalerweise eine ähnliche Konsistenz wie Hühnereiweiß hat. Dabei erleiden wir alle eine hintere Abhebung des Glaskörpers. Der Glaskörper sollte sich ohne Komplikationen von der Netzhaut am hinteren Augenpol trennen. Das tut er nicht immer und kann so ein Loch an der Stelle des schärfsten Sehen einreißen. Wird diese Erkrankung nicht rechtzeitig erkennt und behandelt, kann es zum unwiederbringlichen Verlust der Lesefähigkeit kommen. Folgend zwei OCT Bilder, die dieses Ereignis eindrucksvoll zeigen.

Der Diabetes mellitus schädigt die feinen Blutgefäße der Netzhaut und vieler anderer Organe. Als Folge dieses Schadens können sich die Gefäße kugelförmig erweitern (sogenannte Mikroaneurysmen), undicht werden wie ein alter Gartenschlauch oder sich verengen und schließlich komplett verschließen, was zur Minderdurchblutung der Netzhaut führt. Bei vielen Zuckerkranken Patienten leidet die Sehschärfe darunter, dass als Folge der Undichtigkeit der Netzhautgefäße sich Gewebsflüssigkeit in den Netzhautschichten (Ödem) ablagert. Die Netzhaut schwillt an, was schon bei der normalen Untersuchung des Augenhintergrundes auffällt, aber mit dem OCT sowohl strukturell deutlicher darstellbar und in der Dicke messbar ist. Unten ein OCT Bild mit deutlich verdickter Netzhaut.